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So kannst du Nordlichter richtig fotografieren

Als professionelle Fotografin gibt es auch für mich immer wieder Momente, in denen auch ich an meine Grenzen stoße. So wie bei meinem ersten Versuch den Sternenhimmel in Neuseeland zu fotografieren, musste auch ich vor unserer Reise nach Lappland erst einmal googeln. Wie fotografiert man Nordlichter? Was gibt es dabei zu beachten? Welche Ausrüstung ist die beste, um Polarlichter aufs Bild zu bannen? All die Fragen beantworte ich euch in diesem Blogpost.

Die Wahrheit über die Aurora Borealis

Wusstet ihr, dass die Nordlichter mit dem bloßen Auge gar nicht so zu sehen sind, wie wir das von Bildern kennen? Mit unserem Auge sieht es eher aus wie eine grünliche schimmernde Wolke, die vom Mond angestrahlt wird. Das war das Erste, was unser Guide uns zu Beginn unserer ersten Tour mitteilte.

Doch was zeigen dann die Bilder, die wir kennen? Ist das retuschiert? Nein, ist es nicht. Durch die Möglichkeit Langzeitbelichtung werden die Polarlichter und die Farben in vollem Umfang sichtbar. Nur sehr starke Nordlichter bieten annähernd das Farbspektakel, wie wir es von den Fotos kennen.

Aus diesem Grund finde ich, sind Nordlichter vor allem für Fotografen und Foto Affine Personen ein Highlight!

Ausrüstung zum Nordlichter fotografieren – Das brauchst du!

Beginnen wir damit, was du brauchst, um Polarlichter erfolgreich zu fotografieren.

Die Kamera für euer Nordlicht Abenteuer

Im Grunde ist es weniger wichtig, mit welcher Kamera die Nordlichter fotografiert werden. Wichtiger ist, dass die Kamera über einen manuellen Modus verfügt. Das heißt, dass du alle Einstellungen kontrollieren kannst. Diese umfassen ISO, Blende und Verschlusszeit. Auch ist es von Vorteil, wenn du das Objektiv an der Kamera auswechseln kannst.

Mein Equipment zum Nordlichter fotografieren

Das richtige Objektiv, um Nordlichter zu fotografieren

Vor allem die Brennweite ist wichtig, bei der Wahl des passenden Objektivs, um Nordlichter zu fotografieren. Hierbei empfehle ich eine Brennweite von 15 bis 35 mm, damit du möglichst viel von Landschaft und vom Himmel aufs Bild bekommst.

Wichtig: Nicht Vollformat Kameras haben einen sogenannten Crop Faktor. Hier braucht man ein Objektiv zwischen 8 und 20 mm, um Ähnliches abzubilden. Dieser Artikel erklärt den Crop Faktor ganz gut.

Neben der Brennweite spielt die Lichtstärke eine bedeutende Rolle. Es ist wichtig, dass die Blende so weit wie möglich geöffnet werden kann. Dann kann mehr Licht auf den Sensor treffen. Die Zahl f/XX beschreibt die Blende. Eine Blendenzahl von f/2.8 oder kleiner ist super um Nordlichter zu fotografieren.

Weitere Ausrüstung

Neben Speicherkarten sind genügend Akkus wichtig. Ich habe meine Akkus immer am Körper getragen, damit sie sich nicht durch die Kälte entladen. Meine Sony sowie die Akkus haben die Kälte ganz gut vertragen. Doch andere in unserer Gruppe hatten Probleme mit den Akkus.

Wer Nordlichter fotografieren möchte, der braucht ein Stativ. Eine Belichtungszeit von über 1 Sekunde kann niemand komplett still halten. Als Reisestativ empfehle ich euch ein leichtes Stativ mit kleinem Packmaß. Achtet darauf, dass ihr einen Stativ Platte sowie einen Kugelkopf habt. So wird es einfacher, das Stativ mit kalten Händen zu justieren.

Was nicht fehlen darf, ist eine Stirnlampe oder eine Taschenlampe. Zum einen um alles einzustellen und auch, wenn ihr Menschen mit den Polarlichtern fotografieren möchtet.

Selbstredend ist für eine kalte Polarlicht-Nacht die richtige Kleidung. Thermowäsche, Skiklamotten und gute Boots mit 2 Paar Sachen sowie Mütze und Handschuhe.

Tipp: Ein paar Handwärmer / Wärmepads einpacken.

Fotografieren von Polarlichtern: die Einstellungen der Kamera

Wir haben nun die richtige Ausrüstung, sind warm eingepackt. Jetzt gilt es, die Kamera richtig einzustellen. Ich empfehle euch die Einstellung schon vorzunehmen bevor ihr nach draußen geht. Wenn es sehr kalt ist, ist es oft schwer, die Kamera zu bedienen. So habt ihr schon mal eine gute Richtung und könnt dann entsprechend der Bedingungen vor Ort leichte Änderungen vornehmen. Überprüfe immer wieder dein Bild und passe es an.

Die wichtigsten Kameraeinstellungen für tolle Fotos der Nordlichter

  • M, manueller Modus
  • ISO: 1600-6400
  • Belichtungszeit: 5 – 10 Sekunden
  • Blende: 1.4 – 2.8 (so klein wie möglich)
  • Weißabgleich: Glühlampe (3500-4500 Kelvin)
  • Fokus: manuell, unendlich oder auf das naheliegende Objekt (Wald etc.)
  • Bildstabilisator aus 

ISO

Die ISO beschreibt die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Je größer die ISO zahl, desto höher ist diese. Aber je höher die ISO, desto eher kann Bildrauschen auftreten. Daher ist diese sparsam einzusetzen.

Blende

Wenn man Nachts fotografiert braucht man logischerweise so viel Licht wie möglich. Je kleiner die Blende, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit gibt an, wie lange das Bild belichtet ist. Beim Fotografieren in der Nacht muss länger belichtet werden. Da diese Belichtungszeit zwischen 1 und 10 Sekunden beträgt, braucht man unbedingt ein Stativ. Das kann man nicht mehr ruhig halten. Je länger belichtet wird, desto heller wird das Bild. Aber bedenkt auch, dass Bewegung dann verschwimmt. Da sich die Nordlichter bewegen, ist eine kleinere Belichtungszeit zu wählen.

Diese drei Parameter gilt es jetzt so zu balancieren, dass ihr ein bestmögliches Ergebnis bekommt. Das hängt auch von Faktoren wie dem Umgebungslicht (wie z.B. dem Mond) ab.

Fokus

Der Fokus sollte ebenfalls auf manuell gestellt werden, da die Kamera in der Dunkelheit nicht automatisch fokussieren kann. Stelle am besten auf ein Objekt im Hintergrund (wie beispielsweise einen Wald) scharf oder stelle den Fokus auf unendlich.

Bildgestaltung bei Polarlichter Fotos

Zum Schluss noch einige Tipps für eure Bildgestaltung, wenn ihr Nordlichter fotografieren möchtet:

  • Horizont und Umgebung einbinden
  • Spiegelung im Wasser nutzen
  • Vordergrund, Mittelpunkt, Hintergrund für mehr Dynamik

Hier auf meinem Blog gebe ich euch außerdem Tipps für tolle Landschaftsaufnahmen.

Tipps für Fotobegeisterte in Rovaniemi Lappland

Wer für sein Nordlichter-Foto-Abenteuer nach Rovaniemi im finnischen Lappland möchte, für den habe ich einen Tipp. Die Foto Touren von Beyond Arctic sind super. Vor allem die Nordlichter Fototour kann ich euch ans Herz legen. Neben fachmännischer Unterstützung durch einen Fotografen, wird euch auch Equipment zur Verfügung gestellt.

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